Der Verein Jordsand und die Reederei Cassen Eils haben sich zusammengetan und bieten im Juli, August und September 2026 lange XXL-Aufenthalte auf Neuwerk an, die eine Schifffahrt von Cuxhaven nach Neuwerk (und zurück) sowie eine geführte Wattwanderung durch Mitarbeiter:innen des Verein Jordsand nach Scharhörn oder zu den Seehundbänken im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer beinhalten.
Mehr Informationen zu Terminen und Kosten erhalten Sie bei uns oder direkt bei der Reederei Cassen Eils.

Mitte Juni fand ich einen Basstölpel, dessen Schnabel und Beine in einem Netz verfangen waren. Glücklicherweise konnte ich ihn befreien. Doch dieser einzelne Vogel steht für ein viel größeres Problem, das sich jeden Tag auf unseren Meeren abspielt.
Gerade in der Nordsee ist das Thema besonders sichtbar. Auf Helgoland befindet sich die einzige deutsche Brutkolonie der Basstölpel. Etliche Vögel ziehen dort jedes Jahr ihre Jungen groß. Gleichzeitig dokumentieren Forschende und Naturschützer:innen im Rahmen eines Forschungsprojekts seit Jahren die dramatischen Folgen von Plastikmüll und Fischereiabfällen für die Kolonie.
Besonders sogenannte Dolly Ropes (Kunststofffasern aus der Fischerei, die beim Einsatz von Schleppnetzen als Scheuerschutz verwendet werden) gelangen immer wieder ins Meer. Dort treiben sie oft jahrelang umher oder werden an Küsten und Stränden angespült. Für Seevögel wie Basstölpel werden diese Kunststoffreste zur tödlichen Falle.
Basstölpel sammeln häufig schwimmendes Material für den Nestbau. Was aus der Luft wie geeignetes Nistmaterial aussieht, entpuppt sich oft als Plastik, Netzreste oder Dolly Ropes. Die Folgen sind dramatisch! Küken, Jungvögel und auch erwachsene Tiere verheddern sich in den Kunststofffasern. Sie können nicht mehr fliegen, sich nicht mehr richtig bewegen oder verhungern langsam. Viele sterben unbemerkt, auch in den Kolonien auf Helgoland.
Der Vogel, den ich heute gefunden habe, hatte Glück. Unzählige andere haben es nicht. Dieses Problem betrifft nicht nur Basstölpel: Robben, Schweinswale, Meeresschildkröten und viele weitere Meeresbewohner leiden unter Plastikmüll und verloren gegangenen Fanggeräten. Wir sprechen oft über Plastik im Meer, doch die Bilder von vermüllten Stränden zeigen nur einen kleinen Teil des Problems. Der größte Teil bleibt unsichtbar und wird für Tiere zur tödlichen Falle. Solange Kunststoffabfälle und Fischereimaterial in die Umwelt gelangen, werden solche Funde keine Ausnahme bleiben.
Der Basstölpel konnte heute weiterfliegen. Das freut mich sehr. Gleichzeitig erinnert dieser Moment daran, wie dringend wir den Eintrag von Plastik und Fischereiabfällen in unsere Meere reduzieren müssen. Jeder befreite Vogel ist wichtig, aber noch wichtiger wäre, wenn solche Rettungen gar nicht erst nötig wären.
Interessiert Sie dieses Thema? In Folge 3 der Terra X-Serie "Kunz und die Welt" zum Thema "Geisternetz-Jäger und Vogelnot" wurde unser Mitarbeiter Elmar Ballstaedt auf Helgoland zu dem Thema befragt. Die Folge, die auch für Kinder geeignet ist, finden Sie hier.

Das Bündnis der Ostsee-Naturschutzverbände, zu dem auch der Verein Jordsand zählt, lobt die Ausweisung neuer Ostsee-Schutzgebiete in der Geltinger Bucht, der Hohwachter Bucht und vor Fehmarn. Diese stellen einen wichtigen Schritt im Ostseeschutz dar. Dennoch fordern Naturschutzverbände weiterhin einen strengeren Schutz, Nitratreduktion und die Beseitigung von Munitionsaltlasten. Mehr dazu finden Sie in der gemeinsamen Pressemitteilung.
Alle weiteren aktuellen Pressemitteilungen, z. B. zur Gefahr durch Hafenschlickverklappung, finden Sie hier.
Regelmäßig berichten wir auf Instagram und Facebook aus unseren Schutzgebieten. Schauen Sie rein, es lohnt sich!
Und für alle, die unsere wunderschönen Schutzgebiete an der Nord- und Ostseeküste noch nicht gut kennen oder sich einen Überblick über die Entwicklungen im vergangenen Jahr verschaffen möchten, empfehlen wir unser SEEVÖGEL Magazin Ausgabe 4/2025, das wir ab sofort hier zum Download bereitgestellt haben. Darin stellen wir außerdem die Zwergseeschwalbe, den Seevogel des Jahres 2026 vor.
Viel Spaß bei der Lektüre!
Übrigens: Wer Mitglied bei uns ist, bekommt die SEEVÖGEL viermal im Jahr als Print- oder Online-Ausgabe von uns zugesendet.
Wir haben die Zwergseeschwalbe (Sternula albifrons) zum Seevogel des Jahres 2026 gekürt. Mit dieser Wahl möchten wir auf die negativen Faktoren aufmerksam machen, die zu einem immer geringeren Bruterfolg dieser kleinen Seeschwalbenart führen und somit ihren Bestand in Deutschland gefährden.
Die komplette Pressemitteilung lesen Sie hier.
Wer unsere Arbeit für den Schutz der Zwergseeschwalbe unterstützen möchte, kann uns gerne eine Spende zukommen lassen. Mit dieser sorgen wir dafür, Störungen innerhalb von Brut- und Ruhezonen zu vermeiden.
Ab sofort gibt es ein regelmäßiges Treffen der Naturschutzjugend, immer am 1. Montag im Monat ab 16 Uhr!
Die Naturschutzjugend Jordsand, kurz NJJ, ist die Jugendgruppe des Vereins. Sie richtet sich insbesondere an Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren, die sich für den Naturschutz engagieren wollen.
Wir freuen uns sehr über neue Gesichter, kommt einfach dazu!
Wir betreuen über 20 Schutzgebiete an der deutschen Küste in Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Einige stehen unter ganz besonderen Schutz und dürfen nicht betreten werden, aber in vielen Schutzgebieten können Sie mit uns eine Führung machen oder eines unserer Informationszentren besuchen. Unsere Vogelwarte vor Ort zeigen Ihnen gerne die örtliche Vogelwelt!
Außerdem bieten wir Führungen zu Kegelrobben, dem Wattenmeer und vielen weiteren Naturthemen an. Kommen Sie mit und erleben Sie die faszinierende Natur von Nord- und Ostseeküste! Schauen Sie einfach in unseren Veranstaltungskalender!
Seit 1907 schützt der Verein Jordsand einzigartige Naturlandschaften an der deutschen Nord- und Ostseeküste. Unterstützen Sie uns dabei!
Mit Ihrer Mitgliedschaft, Spende oder Patenschaft können wir weiterhin die besonderen Lebensräume wie die Inseln und Halligen für unsere Seevögel erhalten.
Wir sagen Danke im Namen der Seevögel und Kegelrobben!
